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25.4.2007 Weshalb dieses Wetter?

Alinghi Weather Team (von rechts nach links):
Jon Gilger, Jack Katzfey and Arnaud Monges
(Photo credit: Ivo Rovira/Alinghi)
Anlässlich eines Medien-Briefings erläuterten Jon Bilger, Jack
Katzfey und Arnaud Monges vom Alinghi-Wetterteam heute morgen vor den
Medien die jüngsten Wetterentwicklungen, die den plangemässen Start des
Louis Vuitton Cups verunmöglichten. Zudem präsentierten sie Statistiken
zu den Segeltagen in Valencia vom Jahr 2000 bis heute und erklärten die
Instrumente, die sie benutzen, um Wettervorhersagen zu machen. Brad
Butterworth, Team Skipper von Alinghi, war ebenfalls anwesend.
Nachfolgend einige der Fragen von der Pressekonferenz:
1. Weshalb gibt es diese unregelmässigen Wetterentwicklungen im April? «Dieser
April ist insofern sehr ungewöhnlich, als dass wir eine atmosphärische
Blockade über Europa haben. Das alleine ist zwar nicht atypisch, aber
es ist eine ausserordentlich starke Blockade und ihre Position führt
dazu, dass wir über einen längeren Zeitraum diese schwachen Winde über
Valencia haben», erklärt Jack Katzfey.
2. Was sagen die Statistiken zum Segeln im April, Mai und Juni? «Die
Statistiken von 2000 bis 2007 für April, Mai und Juni sind sehr gut.
Der Prozentsatz an Segeltagen liegt zwischen 80 und 90%. Die Quote für
diesen Monat lag allerdings bei 50% gegenüber den 80 und 90%. Sie
sehen: Dies war bisher ein aussergewöhnlich schlechtes Jahr», zeigt Jon
Bilger auf.
3. Wie machen Sie diese Wettervorhersagen – welche Instrumente benutzen Sie? «Grundsätzlich
brauchen wir drei Dinge. Erstens eine Analyse der Atmosphäre, zweitens
ein Modell der Atmosphäre, in das wir die Analyse integrieren, und
drittens lassen wir das Modell laufen, um eine Prognose zu machen.
Dieses Grundmodell benutzen die meisten meteorologischen Anstalten, um
Wettervorhersagen zu machen», erklärt Jack Katzfey.
4. Was ist das Meteorologische Data System und weshalb wurde es lanciert? «Das
MDS besteht aus 21 Wetterbojen auf den zwei Rennkursen. Einige liegen
weiter entfernt von der Küste und sechs davon sind Stationen an Land.
Alle Teams erhalten die gleichen Daten – das ist das erste Mal, dass
das in dieser Art gemacht wurde, und es war sehr hilfreich. Wir wollten
Doppelspurigkeiten vermeiden – es hat keinen Sinn, dass mehrere
Wetterboote von verschiedenen Teams nebeneinander die gleichen Daten
sammeln. Zudem wollten wir detailliertere Informationen zu den Winden
auf dem Kurs liefern. Ein wichtiger Beweggrund für die Entwicklung
dieses Systems war zudem, dass wir die Kosten für die Rennen im Cup
reduzieren wollten», beantwortet Jon Bilger diese Frage.
5. Welchen Einfluss hatte Alinghi auf die Wahl von Valencia als Austragungsort? «Alinghi
hatte keinerlei Einfluss. Das Alinghi-Wetterteam wurde vom
America’s-Cup-Management damit beauftragt, einen Bericht über das
Wetter in Valencia sowie in acht weiteren Städten zu verfassen. Das ACM
traf die definitive Entscheidung dann im Rahmen eines
Bewerbungs-Prozederes. Für Details dazu müssen Sie sich direkt an das
ACM wenden», meint Jon Bilger.
6. Haben sich Alinghis Langzeit-Prognosen für den Juni verändert? «Nein», bekräftigt Jon Bilger
7. Würden Sie jetzt, wo Sie die diesjährigen Wetterdaten
mit den bestehenden Daten kombinieren können, nach wie vor Valencia als
Austragungsort für den Louis Vuitton Cup im April/Mai und den America’s
Cup im Juni empfehlen? «Ja, auf jeden Fall. Die Daten
zeigen: Dies ist ein aussergewöhnlich schlechter Monat. Das ist
unglücklich, aber diese Situation kann jederzeit und an jedem Ort
auftreten. Das Wetter macht, was es will – wir können es nach wie vor
nicht kontrollieren», betont Jon Bilger.
8. Welchen anderen Austragungsort hätten Sie aufgrund der Fakten, über die Sie jetzt verfügen, für den America’s Cup empfohlen? «Wir
stehen nach wie vor hinter unserer Analyse: Valencia ist ein guter
Segelort. Man darf das Ganze nicht anhand eines einzigen
meteorologischen Ereignisses beurteilen», erklärt Jon Bilger.
Quelle : Alinghi 25.4.2007
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