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29. September 2008

Der Golden Gate Yachtclub reicht die schriftliche Begründung der Berufung ein.

Der Einigungsvorschlag bleibt davon unberührt.

Tom Ehman, Sprecher des Golden Gate Yacht Club, sagte: “Bei ihrem Treffen am vergangenen Wochenende haben Larry Ellison und Ernesto Bertarelli vereinbart, den Dialog fortzuführen, um den Rechtsstreit zu beenden. Dennoch wurden keine Termine festgelegt, und wir rechnen nicht mit einer sofortigen Lösung. Wir haben heute beim New York State Court of Appeals die schriftliche Begründung für die Berufung eingereicht, um die vom Gericht gesetzten Fristen zu wahren.“

“Unser Angebot steht nach wie vor: Wir werden die Berufung am New York Court of Appeals zurückziehen, wenn Herr Bertarelli zustimmt, beim 33. America’s Cup wieder zu einer Regatta mit mehreren Herausforderern und einem Reglement zurückzukehren, das einen fairen Wettkampf erlaubt und vergleichbar mit dem beim AC 32 ist.“


BEGRÜNDUNG DER BERUFUNG DES GGYC AN DAS NEW YORK STATE COURT OF APPEALS – AUSZÜGE

29. September 2008 – Der Golden Gate Yacht Club (GGYC) hat heute beim New York State Court of Appeals die schriftliche Begründung zur Berufung im Rechtsstreit gegen den Schweizer Cup-Verteidiger Société Nautique de Genève (SNG) und den Club Náutico Español de Vela (CNEV) zur Zukunft des America’s Cup eingereicht.

Der Yachtclub aus San Francisco ersucht das Gericht, den GGYC als rechtmäßigen Challenger of Record anzuerkennen und die Herausforderung des CNEV aus dem Jahr 2007 für ungültig im Sinne der “Deed of Gift” aus dem 19. Jahrhundert zu erklären.

Im Folgenden finden Sie wichtige Auszüge aus dem 45-seitigen Schreiben in der deutschen Übersetzung. Den originalgetreuen Wortlaut in englischer Sprache finden Sie auf www.ggyc.com.

Worum es geht (Seiten 2-3)

“In dieser Sache geht es auch darum, dass der amtierende Cup-Sieger versucht, die Regeln des America’s Cup zu umgehen, indem er einen Pseudo-Yachtclub als Challenger of Record installiert… Mit Zustimmung dieses Schein-Herausforderers hat der Titelverteidiger ein “Protocol for the 33rd America’s Cup” (Protokoll) vorgelegt, das ihm durch ein von ihm geschaffenes Management-Unternehmen beispiellose Kontrolle über den Wettbewerb gibt – einschließlich der Befugnis, Schiedsrichter und Offizielle zu benennen, einseitig die Regeln für alle Wettbewerbe zu bestimmen sowie im Alleingang und nach Gutdünken jeden Herausforderer zulassen, ablehnen oder vom Wettbewerb ausschließen zu können. “

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“Um Tradition und Geist des America’s Cup zu schützen, hat der Golden Gate Yacht Club (‘GGYC’), Challenger of Record beim 32nd America’s Cup, am 11. Juli 2007 eine eigene schriftliche Herausforderung übergeben. In dieser Herausforderung hat der GGYC seinen Wunsch nach der Einigung auf ein Protokoll formuliert, das vergleichbar mit dem des 32. America’s Cup ist. Das damalige Protokoll beinhaltete eine “Challenger Selection Series” und Bestimmungen zu Einrumpfbooten mit etwa 75 Fuß Länge. Der GGYC ist nach wie vor willens zu und vorbereitet auf einen America’s Cup, der allen qualifizierten Herausforderern offen steht und ein ausgewogenes Reglement hat, das die Integrität des Cups wahrt.”

Warum der GGYC Berufung eingelegt hat (Seiten 3-4)

“In erster Instanz hat das Gericht festgestellt, dass der damalige Pseudo- Challenger of Record nicht zulässig und nach der Deed of Gift der GGYC gültiger Challenger of Record ist. Die Berufungskammer (Appellate Division, First Department) hat den Beschluss aufgehoben. Diese Entscheidung verzerrt den Wortlaut der Deed und sollte revidiert werden.“

“Die einfachen und eindeutigen Bedingungen, die der Autor der America’s Cup Deed formuliert hat, um den Wettbewerb vor Missbrauch zu schützen, sollten respektiert und angewandt werden. Geschieht dies nicht, wird der America’s Cup, so wie wir ihn kennen, zerstört werden…“

Warum der CNEV kein legitimer Challenger of Record ist (Seite 18)

“Zum Zeitpunkt der Herausforderung hat der CNEV ohne jeden Zweifel den einfachen Kriterien der Deed für einen Challenger of Record nicht genügt. Der CNEV war kein ‚organisierter Yacht Club’, sondern ein künstliches Gebilde, das nur wenige Tage zuvor gegründet wurde und nicht ein Merkmal eines realen Yacht-Clubs – wie Mitglieder, Räumlichkeiten oder Boote – aufwies.“

“Der CNEV hat zudem niemals ein Segelrennen veranstaltet, geschweige denn eine jährliche Regatta auf dem offenen Meer oder einem Meeresarm. Er ist nichts anderes als ein Alter Ego eines Segelverbandes (RFEV), der gemeinsame Sache mit dem Titelverteidiger SNG machte und die Kontrolle über den Wettbewerb zugunsten des Verbleibs des Cups in Valencia, Spanien aufgegeben hat.”

Warum das Protokoll unfair ist (Seiten 10-11 und 18)

“Das Protokoll garantierte der SNG die alleinige Befugnis: (1) die Sailing Instructions, die Wettfahrtregeln, die Event-Steuerung und die ACC Regeln (die Bestimmungen zum Bootsdesign und -bau präzisieren) festzulegen; (2) viele dieser Regeldetails bis 60 Tage vor dem Match geheim zu halten; (3) das Reglement selbst wenige Tage vor dem Match noch zu ändern.“

“Das Protokoll garantierte der SNG auch die Befugnis, das Format des Matches zu bestimmen und Race Committee, Measurement Committee sowie Schiedsrichter zu ernennen. Schließlich - und dies ist der wichtigste Punkt – gab es der SNG die alleinige Befugnis, jeden Herausforderer unwiderruflich auszuschließen, der die Autorität der SNG nach dem Protokoll anzweifelt.“

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“Indem der CNEV allen diesen Forderungen der SNG nach einem Protokoll zustimmte, das so einseitig ist, dass sofort ein Aufschrei durch die Segel-Welt ging, hat der CNEV deutlich gemacht, warum die Kriterien in der Deed für legitime Herausforderer ernst genommen werden sollten.“

Warum das Schicksal des America’s Cup am Ausgang dieses Rechtsstreits hängt (Seiten 11 und 31)

“Dieses Protokoll hat einen Riss durch die internationale Segler-Community verursacht. Obwohl einige wenige Yachtclubs sich diesem Dokument unterworfen haben, haben sechs Teams, die am 32. America’s Cup teilgenommen hatten, das Protokoll in einen gemeinsamen Brief als ‚den schlimmsten Text in der Geschichte America’s Cup’ und als ein Dokument bezeichnet, ‚welches das Überleben des Events aufs Spiel setzt.’“

“Diese Ängste wurden zum Teil Realität, als Louis Vuitton, das die Challenger Selection Series mehr als 20 Jahre lang als Sponsor unterstützt hatte, die fragwürdige Natur des Protokolls als einen Grund angab, warum es sein Sponsorship zum 33. America’s Cup beendet.“

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“Der America’s Cup ist die Königsklasse des Segelsports und mit großen Investitionen in Zeit und Ressourcen für alle Teilnehmer verbunden.“

Was der GGYC möchte (Seiten 44 und 32-33)

“Aber der GGYC hat jetzt und in der Vergangenheit stets betont, dass er es vorzieht, sich auf Bestimmungen zu einem konventionellen America’s Cup zu einigen, die vergleichbar mit denen des letzten Cups sind.“

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“Nach dem Wortlaut der Deed ist der America’s Cup als ein Wettbewerb gedacht, der von den Herausforderern angetrieben wird und bei dem der Titelverteidiger jede zulässige Herausforderung nach den einfachen und eindeutigen Regeln der Deed akzeptieren muss – es sei denn, er verständigt sich mit dem Challenger of Record auf ein anderes Reglement. Theoretisch könnten sich ein Titelverteidiger und ein willfähiger Challenger of Record auf ein Reglement einigen, das den Titelverteidiger einseitig einen Vorteil verschafft oder gar ein Rennen erst in 100 Jahren festlegt.“

“Die einzige Schutzmaßnahme in der Deed sind die Kriterien zur Zulässigkeit eines Herausforderers, die – so sie denn korrekt interpretiert und respektiert werden – sicherstellen, dass der Challenger of Record ein seriöses Gebilde ist, das die Mittel und den Ansporn besitzt, unabhängig vom Titelverteidiger zu bleiben.“

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GGYC 29.09.2008

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